Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen der Bezirksjugendfeuerwehr Niederbayern

Ehrungen gab es bei der Bezirksjugendfeuerwehr Niederbayern für langjähriges Engagement (von links): Hans Scheungrab, Christoph Bachhuber, Ludwig Hack, Josef Eineder, stellvertretender Bezirksjugendfeuerwehrwart Stephan Käser, Bezirksjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger, Rudi Pritsch, Bezirksvorsitzender Nikolaus Höfler und Landesjugendfeuerwehrwart Heinrich Scharf. −Fotos: Süß

Osterhofen. Einige besondere Ehrungen sind in der Jahreshauptversammlung der Bezirksjugendfeuerwehr Niederbayern ausgesprochen worden Bezirksjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger wurde mit der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Gold ausgezeichnet, das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten seine Stellvertreter Gerhard Schreiner und Stephan Käser. Zudem standen Neuwahlen der Vorstandschaft auf der Tagesordnung.

Im Rettungszentrum in Osterhofen trafen sich am Mittwochabend die Mitglieder der Bezirksjugendfeuerwehr Niederbayern. „Nach vielen Online-Meetings freut mich diese Versammlung heute umso mehr“, sagte Bezirksjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger. Trotz vieler Einschränkungen in diesen „komischen Zeiten“sei im Verband viel passiert: So wurde eine neue Bekleidungskollektion für dieBezirksjugendfeuerwehr entwickelt. Einheitliche T-Shirts mit passendem Aufdruckund Wappen wurden entworfen, dazu gibt es Bade- und Handtücher sowie passende Caps. „Wichtig war uns der Wiedererkennungswert mit der Jugendfeuerwehr Bayern, darum haben wir uns an ihre Farben Blau und Orange gehalten“, schilderte Anzenberger. Der Aufdruck auf der Vorderseite zeigt ein stilisiertes Foto von einer Wettbewerbssituation durch ein Mitglied der Jugendfeuerwehr Osterhofen. 

Da seit kurzem auch die Kinderfeuerwehren in die Bezirksjugendfeuerwehr integriert ist, gibt es auch für sie eine dazu passende Kollektion. „Über die Homepage kann man die Kollektion bereits erstellen, wir arbeiten auch an einem Online-Shop“, berichtete Robert Anzenberger. Die Kollektion wurde zudem bereits auf Landesebene vorgestellt, drei weitere Bezirke haben bereits Interesse am Design bekundet.

 Diana Thiele aus Osterhofen vertritt den Bezirk Niederbayern im Fachbereich Kinderfeuerwehr. „Mit Diana und ihren Helfern haben wir von Anfang an gut zusammengearbeitet“, erklärte Anzenberger. Für 2022 steht schon eine Besonderheit an: Für die Mädchen und Buben wird es die Möglichkeit geben, mit dem „Kinderflämmchen“ erste Abzeichen zu erwerben. Das „Kinderflämmchen“ wird in drei Stufen abgelegt, die aufeinander aufbauen, jedoch nichts von der Ausbildung in der Jugendfeuerwehr vorwegnehmen. Entsprechende Arbeitshefte gibt es ab Frühjahr 2022. 

Anzenberger informierte über das neue Logo der Jugendfeuerwehr Bayern, das sich die Bezirksjugendfeuerwehr zum Anlass genommen habe, um ebenfalls ein neues Logo zu entwickeln. „Aus dem Landesverband gibt es eine weitere erfreuliche Nachricht: Unsere Bezirksjugendsprecherin Theresa Käser wurde zur Landesjugendsprecherin gewählt. Theresa, wir sind stolz auf dich!“

Der Bezirksjugendfeuerwehrwart warb für zwei besondere Veranstaltungen: Zumeinen findet am 13. November ein Jugendverkehrssicherheitstag am Verkehrslandeplatz in Vilshofen teil, ausgerichtet von der Jugendfeuerwehr Bayern. 25 Jugendliche nehmen an diesem Training teil. Zum anderen sind alle Jugendfeuerwehren aufgerufen, sich am Ostbayerischen Feuerwehrpreis 2021 der Sparda-Bank zu beteiligen. „Ausgezeichnet werden Projekte der Jugendarbeit und Jugendausbildung – und die Preise können sich sehen lassen!“ Informationen dazu gibt es auf der Homepage der Bezirksjugendfeuerwehr unter www.jf-niederbayern.de. 

Unzufrieden zeigte sich Anzenberger mit der Entwicklung der Jugendarbeit. „Aber nicht mit der Arbeit in unseren Jugendfeuerwehren, sondern mit den Vorgaben vom Verband. Wir sind doch nicht dazu da, um stundenlang über politische Themen zu diskutieren. Lasst unsere Jugendlichen praktisch arbeiten“, forderte er.

Der stellvertretende Bezirksjugendfeuerwehrwart Stephan Käser lieferte einige Zahlen aus der Jugendfeuerwehrarbeit: 2018 gab es im Bezirk 829 Jugendfeuerwehren, 2020 waren es noch 808. Die Zahl der Jugendfeuerwehrmitglieder ist jedoch gestiegen – von 8219 (davon 6048 männliche und 2135 weibliche Mitglieder) auf 9105 (6466 männliche und 2639 weibliche Mitglieder). In den geleisteten Gesamtstunden schlägt sich die Pandemie deutlich nieder: 2018 waren es 46.513 Stunden, 2020 nur noch 18.893 Stunden. „Hoffentlich kehrt nächstes Jahr wieder Normalität ein“, hoffte Käser.

Die Neuwahlen leitete der Bezirksvorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbands Niederbayern, Nikolaus Höfler. Robert Anzenberger (Lkr. Passau) trat erneut fürdas Amt des Bezirksjugendfeuerwehrwarts an – „allerdings definitiv zum letzten Mal“, wie er bekundete. Er wurde im Amt bestätigt, ebenso wie seine beiden Stellvertreter Gerhard Schreiner (Lkr. Rottal-Inn) und Stephan Käser (Lkr. Passau). Rudi Pritsch (Lkr. Kelheim) stellte sich nach 19 Jahren als Kassier nicht mehr zur Wahl, zu seinem Nachfolger wurde Josef Eineder (Lkr. Deggendorf) gewählt. Das Amt des Schriftführers übernimmt Roman Edinger (Lkr. Rottal-Inn). Kassenprüfer sind Josef Stocker (Lkr. Landshut) und Christian Damböck-Gierl (Lkr. Dingolfing- Landau. Anzenberger freute sich über die reibungslosen Neuwahlen: „Wir haben wieder viel vor, dabei zählen wir auf euch. Denn nur gemeinsam sind wir stark.“ 

In der Vergangenheit hatten sich viele Aktive dafür eingesetzt, dass alles gut gelaufen sei. Sie wurden für ihr langjähriges Engagement geehrt. Rudi Pritsch, der 19 Jahre als Kassier die Finanzen zusammengehalten hatte, wurde zum Ehrenmitglied der Bezirksjugendfeuerwehr Niederbayern ernannt. Mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern in Silber wurde Christoph Bachhuber (FF Sandbach) geehrt. Die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber durften Josef Eineder, Johann Scheungrab und Ludwig Hack entgegennehmen. 

Eine besondere Auszeichnung gab es für Bezirksjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger: Er erhielt die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Gold. Für seine Stellvertreter Stephan Käser und Gerhard Schreiner gab es diese Ehrennadel in Silber. „Ihr habt alle hervorragende Arbeit geleistet“, dankte der Bezirksvorsitzender Nikolaus Höfler, der die Abzeichen zusammen mit seinen Stellvertretern Hermann Keilhofer und Helmut Niederhauser überreichte. 

Bürgermeisterin Liane Sedlmeier begrüßte die Versammlung als Hausherrin im Rettungszentrum. „Ich bin selber den Feuerwehren sehr verbunden. Bei 670 aktiven Kameraden ist es uns als Stadt ein großes Anliegen, dass sie gut ausgestattet sind.“ Sie freute sich über die aktive Jugend- und Nachwuchsarbeit, die in der Bezirksjugendfeuerwehr geleistet werde. „Ihr seid auf einem guten und richtigen Weg für unsere Zukunft“, sagte sie. Stellvertretender Landrat Josef Färber dankte den Verantwortlichen der Bezirksjugendfeuerwehr für ihre nicht selbstverständliche Arbeit. Auch im Landkreis Deggendorf werde gute Jugendarbeit geleistet – 84 der 94 Landkreisfeuerwehren haben eine eigene Jugendgruppe, insgesamt sind 786 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr engagiert.

 Landesjugendfeuerwehrwart Heinrich Scharf gratulierte der neu gewählten Vorstandschaft. „Ihr habt keine leichte Arbeit im Bezirk, da ist Kontinuität wichtig.“ Im vergangenen Jahr sei auch die Arbeit der Jugendfeuerwehren an die Wand gefahren worden, er hofft nun auf Normalität im nächsten Jahr. Der Bezirksfeuerwehrverbandsvorsitzende Nikolaus Höfler hob die weltweit einmalige Feuerwehrstruktur in Deutschland hervor. „Unsere Herausforderung ist es, diese auch in Zukunft zu erhalten. Dafür ist die Nachwuchsarbeit so wichtig.“ Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Konrad Seis berichtete kurz von den Aktivitäten der Kinderfeuerwehren im Landkreis sowie der Brandschutzerziehung, die viel vorhabe. Er dankte der Vorstandschaft für das Geleistete und betonte: „Es kommt noch viel auf euch zu.“

Sie führen die Bezirksjugendfeuerwehr Niederbayern in den nächsten sechs Jahren: Bezirksjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger (2.v.r.), 2. stellvertretender Bezirksjugendfeuerwehrwart Stephan Käser (2.v.l.), Kassier Josef Eineder (l.) und Schriftführer Roman Edinger (r.). Nicht im Bild ist 1. stellv. Bezirksjugendfeuerwehrwart Gerhard Schreiner. −Fotos: Süß