Landes/- und Bezirksjugendsprecherin Theresa Käser tanzt auf vielen Hochzeiten

Hoch oben, nicht nur im Engagement für die Wehren – Theresa Käser darf auch den LKW der Walchsinger Löschtruppe pilotieren. −Foto: privat

 

Frau Käser, sicher gibt es mindestens einen Feuerwehrler in Ihrer Familie, der Sie animiert hat, der gleichen Berufung nachzugehen…
Theresa Käser: Mein Vater Stephan Käser war damals Jugendwart in der Feuerwehr, als ich als Jugendliche mit zwölf Jahren zur FW ging.

Wie lange dauerte die Ausbildung?
Käser: Ich fing in Alkofen bei der Jugendfeuerwehr an und habe mich mit 13 Jahren aufgrund eines Wohnortwechsels der Walchsinger Wehr angeschlossen. Die Ausbildung dauerte bis zu meinem 18. Lebensjahr. Ich habe alle Standortlehrgänge abgeschlossen. Das sind: Funklehrgang, Truppmann und Truppführer-Ausbildung (heute MTA Lehrgang), Absturzsicherung, Maschinisten-Lehrgang, Atemschutzausbildung. Dank der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Aldersbach habe Ich im letzten Jahr meinen LKW-Führerschein C/CE gemacht, mit dem ich nun auch unser Feuerwehrauto fahren darf.

Wie muss man Sie Ihrer Ausbildung zufolge ansprechen?
Käser: Keine besondere Betitelung.

Welche aktive Funktion tragen Sie bei der Walchsinger Wehr?
Käser: Neben meinem Vater bin ich zuständig für die Jugend der Feuerwehr, außerdem bin ich Atemschutzträgerin und Maschinistin.

Wie kamen Sie auf den Gedanken, sich in den übergeordneten, repräsentativen Dienst der Feuerwehren zu stellen?
Käser: Wiederum durch meinen Vater, der stellvertretender Kreisjugendwart und stellvertretender Bezirksjugendwart ist und im Fachbereich Jugendpolitik der Jugendfeuerwehr Bayern ist. Hierbei habe ich festgestellt, dass man durchaus etwas bewegen kann, nicht nur für die eigene Wehr, sondern für alle Jugendfeuerwehrler in unserem Land.

Welche Qualifikation mussten Sie mitbringen?
Käser: Mehrjährige Erfahrung als Bezirksjugendsprecherin und Jugendarbeit in der Feuerwehr, ich war bereits drei Jahre stellvertretende Landesjugendsprecherin.

Welche Aufgabenbereiche umfasst Ihre Position?
Käser: Ausarbeitung des Landesjugendforums zweimal jährlich, hier treffen sich alle Regierungsbezirke zur gemeinsamen Tagung. Ich bin Ansprechpartner alle Jugendsprecher und Sprachrohr zur Landesjugendleitung. Außerdem findet zweimal im Jahr eine Tagung mit allen Landesjugendsprechern aus Deutschland statt, bei denen ich als Landesjugendsprecherin Bayern vertrete. Außerdem übernimmt der Landesjugendsprecher auf Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr Bayern verschiedenste Aufgaben. Das Amt des Landesjugendsprechers ist eine wichtige Stelle und ich fühle mich geehrt, dieses Amt auszuführen. Dieses Amt kann man nur ausführen, wenn man Unterstützung aus der eigenen Feuerwehr und auch aus der Bezirksjugendfeuerwehr bekommt.

Gibt es speziell auch niederbayerische Themen, derer Sie sich annehmen wollen?
Käser: Unser größtes Projekt, das uns bereits seit einigen Jahren begleitet, ist die Zahl der Jugendsprecher in den einzelnen Ortsfeuerwehren zu erhöhen. Die Jugendsprecher auf Ortsebene sind für uns ein wichtiges Bindeglied, um effektiv und produktiv arbeiten zu können. Aktuell versuchen wir auf die momentane Situation einzugehen, damit die Feuerwehren keine Jugendlichen verlieren. Außerdem sind wir daran, eine Onlineschulung für Jugendsprecher ins Leben zu rufen.

Wie lange läuft die Amtsperiode auf Landesebene und gibt es eine Altersgrenze?
Käser: Der Landesjugendsprecher wird alle drei Jahre gewählt, die Altersgrenze liegt bei 27 Jahren.

Der Feuerwehrdienst ist neben der Berufung wohl auch Hobby. Reicht die Zeit für weitere Freizeitbeschäftigungen?
Käser: Ich spiele auch Theater in der Theatergruppe Alkofen und bin bei der Sicherheitswacht der Polizei Vilshofen ehrenamtlich unterwegs.

Sie haben mit jungen Jahren bereits drei berufliche Standbeine. Wie ist’s dazu gekommen?
Käser: Als ich die Realschule abschloss, wollte ich eigentlich zur Polizei, da ich aber aufgrund meines Alters ein Jahr warten musste, beschloss ich eine Ausbildung zu machen. Millennium Visions bot mir eine Ausbildungsstelle als Gestalterin für Visuelles Marketing an, die ich nach drei Jahren mit dem Gesellenbrief abschloss. Da meine Eltern eine Bäckerei betreiben und Personal benötigten, machte ich noch eine Ausbildung zum Bäcker, verkürzt auf zwei Jahre. Aufgrund der Situation des letzen Jahres habe ich mich beruflich nochmal verändert. Seit Oktober 2020 bin ich beim Landgericht Passau in der Wachtmeisterabteilung tätig.

Bleibt bei diesem enormen Engagement noch Platz für Privates, etwa einen Partner?
Natürlich ist da noch Platz, auch wenn ich aktuell keinen Partner habe.

(Interview: PNP, Bernhard Rössler)