Am Stellenwert der Jugendfeuerwehr muss gearbeitet werden

„Am Stellenwert der Jugendfeuerwehr muss gearbeitet werden“
Abgeordnete tauschen sich zu Jugendarbeit bei der Feuerwehr aus

Sandbach. Seit 30 Jahren engagiert sich Robert Anzenberger bei der Freiwilligen Feuerwehr und ist mittlerweile schon knapp 20 Jahre als Kreis- und 10 Jahre als Bezirksjugendwart für die Jugendarbeit im gesamten Landkreis Passau und im Regierungsbezirk Niederbayern zuständig. „Wir dürfen nicht vergessen, die Jugend von heute, sind die Feuerwehrler von morgen“, macht er gleich eingangs in einem Gespräch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler deutlich.

Im Landkreis engagieren sich derzeit über 1350 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, verteilt auf rund 150 Ortsfeuerwehren. „Fast alle Feuerwehren haben eine Jugendgruppe, schließlich ist das unsere wertvollste Nachwuchsarbeit“, so Anzenberger weiter. Der Kreisbrandmeister hat in seiner Funktion als Bezirksjugendwart alle Hände voll zu tun: „Wir müssen ständig am Ball bleiben, uns weiterentwickeln und schauen, dass wir für die jungen Leute attraktiv bleiben.“ Ständiges Ziel ist es dabei auch den Stellenwert der Jugendfeuerwehr allgemein zu heben, alles unter dem Motto ‚weg vom Handy, hin zur Hilfsorganisation‘. Der Bezirksjugendwart und sein Stellvertreter Stephan Käser sind von der hohen Bedeutung und den positiven Auswirkungen von sozialem Engagement überzeugt: „Egal für was, Hauptsache die jungen Leute sind zu begeistern. Anders als beim Sport geht es bei uns allerdings nicht um Anerkennung und Pokale. Bei uns ist neben der körperlichen Fitness auch eine Ausbildung in Theorie und Praxis gefragt“, machen die Vorstände deutlich.

Über Knoten und Stiche, die für den täglichen Einsatz wichtig sind, bis hin zu Aufbauten und dem Einrichten der kompletten Löschwasserversorgung – das Engagement in der Jugendfeuerwehr gestaltet sich umfangreich, weiß auch Bezirksjugendsprecherin Teresa Käser: „Es ist spannend, abwechslungsreich und wer will, kann sich vielfältig einbringen. Und besonders ist eben auch: Es geht immer um das Allgemeinwohl und die Hilfe am Nächsten.“
Derzeit könne die Jugendfeuerwehr auf eine relativ stabile Nachwuchsdecke bauen, eine Auswirkung der jüngsten Hochwasser- und Starkregenkatastrophen in der Region. „Die Jugendlichen wollen sich einbringen, das merken wir deutlich. Nun gilt es sie auch zu halten“, schildert Robert Anzenberger die Grundproblematik.

Schwieriger gestalte es sich jedoch den Nachwuchs in Leitungsfunktionen der Jugendarbeit zu finden. „Das liegt mit Sicherheit auch der zunehmenden Herausforderung den Beruf mit dem freiwilligen Engagement zu verbinden“, betont Stephan Käser. Wo die grundsätzliche Freistellungsregelung für die meisten Feuerwehrler kaum ein Problem darstellt und hohe Akzeptanz in den Betrieben und bei Arbeitskollegen erfährt, so sieht es im Bereich der Jugendarbeit schon ganz anders aus. Auch werden Jugendwartlehrgänge nicht in dem Maß angeboten, wie längst erforderlich. „In den Feuerwehrschulen geht es sowieso schon beengt zu, da werden natürlich Lehrgänge im Bereich der Jugendarbeit zuerst gestrichen“, bedauert Bezirksjugendwart Anzenberger die aktuellen Entwicklungen. „Wir brauchen die Jugend! Sie muss nicht nur akzeptiert sein, sondern auch zunehmend aktiv eingebunden und in Führungspositionen integriert werden. Natürlich kostet Jugendarbeit auch Geld, was jedoch ganz im Sinne der Allgemeinheit mehr als sinnvoll angelegt ist.“ Die Jugendarbeit in den Feuerwehren erfordere nicht nur vollen Einsatz der Jugend- und Bezirkswarte, sondern müsse, laut Anzenberger, auch deutlich stärker gefördert werden.

Die Abgeordneten lobten das außerordentliche Engagement in allen Gliederungen der Feuerwehren. So sei es eine gesellschaftliche Notwendigkeit, besonders die Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr auf allen politischen Ebenen zu fördern und zu unterstützen. „Euer Engagement für den Dienst an der Gesellschaft ist ausdrücklich zu loben und anzuerkennen“, so beide Abgeordneten zur Bezirksjugendsprecherin und den Bezirksjugendwarten.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) MdL Walter Taubeneder, Bezirksjugendwart Robert Anzenberger, Bezirksjugendsprecherin Teresa Käser, stellv. Bezirksjugendwart Stephan Käser und MdL Dr. Gerhard Waschler.